Barrierefrei durch den Kiez

Es kann wortwörtlich ein steiniger und hindernisreicher Weg sein, in Rixdorf von A nach B zu gelangen. Ob Rollstuhlfahrer*innen, Familien mit Kinderwägen oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen – viele Menschen sind auf Barrierefreiheit im öffentlichen Raum angewiesen, damit sie mobil sein können. Um es den Betroffenen zu erleichtern sich durch den Kiez zu bewegen, wurden von der AG.URBAN drei optimale Routen identifiziert, auf denen der Bordstein abgesenkt und das Rixdorfer Pflaster verhältnismäßig gut passierbar ist. 
Die Routen führen in unterschiedlichen Richtungen jeweils von Quartiersgrenze zu Quartiersgrenze und lassen sich je nach Start und Zielpunkt beliebig miteinander kombinieren. 

Die Route 1 weist einen barrierearmen Weg zwischen Karl-Marx-Platz und dem Hertzbergplatz an der Sonnenallee und stellt so eine Ost-West-Verbindung durch den Kiez dar. Route 2 zeigt eine Nord-Süd-Verbindung durch den Kiez zwischen U-Bahnhof Karl- Marx-Straße und S-Bahnhof Sonnenallee. Beide Bahnhöfe haben einen Fahrstuhl. Die Route 3 verbindet den S-/U-Bahnhof Neukölln mit der Bushaltestelle S-Bahnhof Sonnenallee und führt die in Ost-West-Richtung verlaufende Braunschweiger Straße entlang. 

Die Karte ist im Rahmen des Projektes „Barrierefreiheit 2“ entstanden und wird vom QM Rixdorf im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.

Seb

Ich bin sehr deutsch aufgewachsen, obwohl ich bis vor ein paar Jahren nie in Deutschland gelebt habe. Meine Eltern sind ethnische Chinesen, in Vietnam großgeworden, haben in Deutschland studiert. Vom Krieg geflohen und alles. Mein Vater hat für eine deutsche Firma im Ausland gearbeitet.

Das denken vielleicht die meisten nicht. Sie denken ich bin immer in Deutschland gewesen, oder ich komme nur aus China. Ich glaube es geht sehr vielen Menschen hier so. Ich glaub die meisten Menschen in Deutschland haben irgendeine Form von Migrationshintergrund, auch wenn es ein europäischer ist. Ich sage immer „ich komme aus Berlin“, ist einfacher so. 

„Ich hätte Lust auf mehr Selbstverständlichkeit.
Dass es einfach so ist, wie es ist. […]
Es soll nicht gefragt werden, wieso Leute hier sind.

Man lebt in einer Art Doppelmoral. Man kommt als junger Mensch nach Neukölln und weiß, dass man Entwicklung mitbringt und eigentlich muss man in die Lokalpolitik eintreten um da Einfluss drauf zu haben, wie diese Entwicklung stattfindet. Deswegen bin ich keiner der sagt, ich will keine Hipster Cafés hier haben, weil ich Teil der Entwicklung hier bin.

Vielen Dank für deine Geschichte, Seb!

Fotos: Christopher Quantrell